Feiern mit den Franzosen

„Deutsche sitzen zu Tisch, um gut zu speisen – Franzosen, um sich in angenehmer Runde zu versammeln.“

Gabriel Sénac de Meilhan

Ah, Frankreich! Was verbinden wir nicht alles mit unserem Nachbarland: Genuss und Luxus, Kultur, Romantik, Eiffelturm, Baguette, Fromage… was sollen wir euch erzählen, bestimmt waren viele von euch auch schonmal dort. Aber vorsicht: Ihr werdet euch nicht in Paris wiederfinden (pff, halten sich für was Besseres), nicht in Straßburg (pff, essen Sauerkraut und sprechen Schwäbisch), nicht an der Côte d’Azur (pff, fährt man nur in den Ferien hin) oder auf Korsika (pff, Italiener) – wo wir feiern, ist la France profonde. Mitten in Frankreich, mitten auf dem Land, Normannen, Eingeborene. Die Schriftzeichen, die ihr seht, passen nicht zu den fremden Lauten, die ihr hört. Keiner spricht Englisch (pff, diese Engländer), exotische Rituale werden praktiziert und es landen merkwürdige Dinge im Kochtopf. Wie feiern die Menschen dort? Damit ihr wisst, worauf ihr euch einstellen müsst, haben wir im Folgenden ein paar kleine Tipps für die Vorbereitung.

Essen ist ein Ritual

Wo auch immer auf der Welt Franzosen zusammenkommen, ist es das zentrale Ritual: das gemeinsame Essen. Allgemeinwissen zwar, aber dennoch seien hier einige kurze Erläuterungen erlaubt, um es würdig einzuordnen.

Seitdem sie 2010 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde, darf sich die französische Küche ganz offiziell als Krone der Kochkunst bezeichnen. Sie nimmt im gesellschaftlichen Leben der Franzosen eine zentrale, tatsächlich nahezu rituelle Stellung ein. Die UNESCO beschreibt es so: „Das gastronomische Mahl der Franzosen ist eine soziale Praxis, um die wichtigsten Momente im Leben der Menschen zu feiern, so wie Geburten, Hochzeiten, Geburtstage, Erfolge und Wiedersehen. Es handelt sich um ein Festessen, bei dem sich die Teilnehmenden der Kunst des bien manger und des bien boire widmen.“

Es geht beim Essen also nicht um die einfache Nahrungsaufnahme – das gemeinsame Essen ist ein wichtiger Teil der französischen Kultur und im Leben der meisten Franzosen. Es ist ein Ritual, das soziale und familiäre Bindungen stärkt, von Generation zu Generation weitergegeben wird und die Liebe zu gutem Essen verkörpert. Das bedeutet, dass vor allem das gute Beisammensein, die Freude am guten Geschmack sowie die Harmonie zwischen dem Menschen und den Produkten der Natur im Mittelpunkt stehen. Von der sorgfältigen Auswahl der Rezepte und dem Einkauf der besten Zutaten über das Decken und Dekorieren des Tisches bis hin zum Essverhalten hat alles seinen festen Platz. Dabei folgt alles einem genauen Ablauf: Es fängt mit dem Apéritif an und endet beim Digestif, dazwischen gibt es mindestens vier Gänge – Entrée, Hauptgang, Käse und Dessert. Im Vergleich zu Deutschland bedeutet das auch: Es dauert. Bis der letzte Gang durch ist, werden bei Tisch gerne einmal mehrere Stunden bis tief in die Nacht verbracht.

Alkohol ist ein Genussmittel

Wo der Alkohol bei Feiern in Deutschland einen gewissen Selbstzweck besitzt (nicht zu unrecht, wie ich finde), ist er in Frankreich stärker mit dem Essen verknüpft.

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Gruppentänze

Humor

Zumindest nicht unreflektiert stehen lassen sollten wir zum Abschluss noch das recht verbreitete Vorurteil vom weichlichen Franzosen. Denn der amerikanischer Journalist Doug Larson hat schließlich einen Punkt, wenn er rät: „Zweifeln Sie niemals am Mut der Franzosen, schließlich sind sie es, die herausgefunden haben, dass Schnecken essbar sind.“

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